Simone Ashoff über den Digital Transformation Club (DTC):

Simone, wie ist die Idee zum DTC entstanden?
Uns sind einfach so viele Menschen in Unternehmen begegnet, die dort für die digitale Transformation – oder einen Teil davon – verantwortlich sind und die uns alle von exakt denselben Problemen berichteten, ohne im selben Unternehmen zu sein, geschweige denn einander zu kennen. Da gab es bei uns ein Empathiemoment: „Sie müssten einander kennen, dann wären sie mit ihren Problemen nicht allein und könnten einander weiterhelfen.“ Und ein Neugiermoment: „Was wäre, wenn wir ein Peer-Learning-Programm entwickeln, bei dem sich Gleichgesinnte auf Augenhöhe an ihren Skills und Erfahrungen partizipieren lassen?“ Genau das haben wir dann mit dem Digital Transformation Club umgesetzt.

Der DTC ist in die 3 Module „Business“, „People“ und „Tech“ unterteilt. Wie kommt’s?
Die wesentlichen Fragen, mit denen man sich in der digitalen Transformation auseinandersetzen muss, kommen aus 3 Richtungen: dem Geschäft, den Menschen bzw. der Organisation und den Technologien. Daher die 3 Module:
Im Modul „Business“ dreht sich alles um digitale Unternehmensstrategien, Geschäftsmodelle und Produkte. Von der Ideenentwicklung bis zum Prototyping. Von Effectuation bis Design Thinking. Von Corporate Venturing bis E-Commerce.
Im Modul „People“ geht es um die Menschen, die mitgenommen werden müssen, und die Organisation, die auf das Neue eingestellt werden muss. Wir schauen uns zum Beispiel die Logik von Organisationen an, hierarchische und holokratische Führungsmodelle, analysieren Kultur und Org Charts der teilnehmenden Unternehmen und machen einen kleinen Organisations-Hackathon.
Im dritten Modul machen wir eine Tech-Safari in Berlin und beschäftigen uns mit den neuen, game-changing Technologien: künstlicher Intelligenz zum Beispiel, Virtual Reality oder Robotik. Auf Basis des Gelernten greifen die Teilnehmer mit Tech-Start-up-Ideen das eigene Business an, wobei junge Gründer sie bei der Entwicklung und Tech-Investoren bei der Beurteilung der Ideen supporten.

Du hast die bisherigen DTC-Programme begleitet und wirst auch bei der kommenden Runde dabei sein, die im Oktober startet. Was waren bislang Deine Highlights?
Das Spannendste ist für mich jedes Mal, dass alle Teilnehmer ihre eigenen, ganz konkreten Cases zu den 3 Modulen mitbringen und daran intensiv miteinander und mit den eingeladenen Experten, Christoph Bornschein etwa, Simon Sagmeister oder Michael Faschingbauer, arbeiten. Der erste DTC zum Beispiel war 12 Frauen und Männer stark – jeder hatte bestimmt 120 Ideen und Erfahrungen im Gepäck und mindestens 120 aktive Probleme. Heißt: Wir hatten knapp 3000 Gesprächsthemen und Dinge zu lernen. Das haben wir natürlich nicht geschafft. Aber wir haben es geschafft, aus Gleichgesinnten – und je nach Sicht auch Leidensgenossen – eine Bande zu machen, eine organisierte Gruppe von Wirtschafts- und Organisationsrebellen. Und mit der fangen wir diesen Sommer an zu „revival’n“.

Man munkelt, bei der Bandenbildung habe Musik eine gewisse Rolle gespielt …
Stimmt! Einer der bisherigen Teilnehmer kümmert sich nicht nur um die Digitalisierung seines Unternehmens, sondern ist nebenbei DJ. Er hat für alle 3 Module des DTC je eine Spotify-Playlist erstellt.
„Weil das morgen noch so ist“ von der Band Grossstadtgeflüster wurde dabei zu unserem Signature-Song, den wir immer wieder gehört haben. Der Song ist ein lustiger Energiespender für Menschen, die den schwierigen Job haben, in großen Unternehmen große Veränderungen anzutreiben. Wir haben ihn zum Abschluss des DTC gemeinsam gesungen, lauthals und begleitet von einer Ukulele – definitiv eins meiner bisherigen DTC-Highlights. Um einen Eindruck zu geben, hier ein Stückchen Lyrics:

„Back den Teig, solang er frisch is’,
wenn er steht, dann wird er hart.
Manche lernen es nur schmerzlich,
doch nicht jeder kann Spagat.
Gegen nichts und wieder nichts
weiß niemand keinen guten Rat.
Die perfekteste Kopie bleibt
unterm Strich ein Imitat.
Doch ist die Nacht erst mal zu Ende,
dann beginnt ein neuer Tag.
Hier ist hier und jetzt ist jetzt,
doch jetzt ist jetzt schon nicht mehr da.
Und es kommt immer alles anders
und vor allem als geplant.
Weil das morgen noch so ist
und weil das immer schon so war …“

In der Good School lernen normalerweise die Schüler – gibt es etwas, das Du als Direx gelernt hast?
Ja. Tu’ ich übrigens immer. Ich kann einem Lehrer 10-mal zuhören und lern’ immer wieder etwas. Tatsächlich hatte ich beim ersten DTC ein paar richtig großformatige Eye-Opener. Da war zum Beispiel Judith Muster von Metaplan, die uns über die 3 Seiten einer Organisation – formale, informale und Schauseite – aufgeklärt hat. Das ist ein soziologisches Modell, mit dessen Hilfe man die Logik der eigenen Organisation analysieren kann. Das Modell ist sehr „actionable“ – ich konnte sofort kreativ werden und überlegen, wie ich in meiner eigenen Organisation bestimmte Painpoints verändern kann.

Warum muss man sich für den DTC bewerben? Hätte es eine einfache Anmeldung nicht auch getan?
Das Bewerbungsverfahren soll 2 wichtige Dinge sicherstellen:
Zum einen, dass die Teilnehmer sich auf Augenhöhe begegnen können. Dass jeder Erfahrungen mitbringt, von denen die anderen lernen können – und andersherum: dass jeder noch etwas von den anderen lernen kann.
Zum anderen soll jede Branche nur einmal vertreten sein. Da wir offen miteinander arbeiten wollen, ist es nicht zielführend, wenn Teilnehmer von konkurrierenden Unternehmen mitmachen. Für alle, externe Experten und Teilnehmer, gilt darüber hinaus die sogenannte Vegas-Regel: „What happens in the Digital Transformation Club, stays in the Digital Transformation Club“.

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